| KAISER KARL V. 24.2.1500 - 21.9.1558 |
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Karl wurde als Sohn Philipps I., des Schönen, von Kastilien und Johannas der Wahnsinnigen in Gent geboren. Nach dem Tod seines Vaters Philipp 1506 erbte Karl dessen burgundisches Reich; nach dem Tod Ferdinands 1516 wurde er zum spanischen König proklamiert; und als schließlich Maximilian 1519 verstarb, erbte er auch noch die österreichischen Erblande in Mitteleuropa, die sein jüngerer Bruder Ferdinand, der spätere Kaiser Ferdinand I., während Karls Abwesenheit als Statthalter betreute. Darüber hinaus wurde Karl 1519 zum König des Heiligen Römischen Reiches gewählt und am 23. Oktober 1520 in Aachen zum König gekrönt. Sein Herrschaftsbereich erstreckte sich über die spanischen Königreiche Aragón und Kastilien, das burgundische Erbe, die italienischen Königreiche Neapel, Sizilien und Sardinien, die von Spanien eroberten Gebiete in Amerika und Afrika und die österreichischen Erblande. 1526 heiratete Karl Isabella von Portugal, die seine Cousine war, was einen päpstlichen Dispens erforderte. Das Paar hatte fünf Kinder, darunter den Thronfolger Philipp II. Die letzte Geburt kostete die 36jährige das Leben. Karl V. ging danach keine weitere Ehe ein. Karls Ziel war die Wiederherstellung des mittelalterlichen, christlichen, in einem, dem rechten Glauben vereinten, Universalreiches unter der Führung des Kaisers. 1530 krönte der Papst Karl in Bologna zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Es war dies die letzte Krönung eines römischen Kaisers durch den Papst. Während Karl in Europa in seinen Kriegen gegen Frankreich und gegen die Osmanen keine nachhaltigen Erfolge erzielen konnte, wurde unter seiner Herrschaft in der Neuen Welt das spanische Kolonialreich begründet: 1521 wurde Mexiko, 1533 Peru erobert. |
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Eine Rekatholisierung des Reiches und eine Stärkung der kaiserlichen Macht im Reich
scheiterten allerdings 1548 auf dem geharnischten Reichstag" zu Augsburg am
Widerstand nicht nur der protestantischen deutschen Fürsten. Im Augsburger Interim musste der Kaiser den Protestanten einige Zugeständnisse (Laienkelch und Priesterehe) machen und auf Reformen in Richtung auf eine stärkere Zentralgewalt verzichten. 1555 überließ Karl die Niederlande und 1556 Spanien seinem Sohn Philipp II., und 1556 verzichtete er auch zugunsten seines Bruders Ferdinand I., der bereits 1531 zum römischen König gewählt worden war, auf die Kaiserwürde. Karls Idee von einem Universalreich unter seiner Führung war gescheitert: Die Einheit der Christenheit war zerfallen, das Abendland rieb sich in dynastischen Konflikten auf, und die Abwehr der Ungläubigen" hatte sich als Illusion erwiesen. Karl zog sich in das Kloster San Jerónimo de Yuste in der Extremadura in Spanien zurück, wo er am 21. September 1558 starb. |
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