| DIE KAPUZINER ALS HÜTER UND BEWAHRER DER KAISERGRUFT |
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Der zu Beginn des 16.Jhdts. gegründete Kapuzinerorden gehört zu den großen Bettelorden, die sich auf die Regel des hl. Franz von Assisi berufen. Die Kapuziner - lateinisch "Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum" - sind ein selbstständiger Zweig des Franziskanerordens. Sie entstanden als Reformgruppe, wurden 1528 durch Papst Clemens VII. anerkannt und verpflichten sich zu noch radikalerer Armut. Ihr Schwerpunkt auf Seelsorge und Predigt prädestinierte sie für die Missionsarbeit der Gegenreformation, was für Kaiserin Anna der Hauptgrund war, den Orden in Wien anzusiedeln. In zweiter Linie stellte sie die Patres in den Dienst des kaiserlichen Totengedächtnisses und der Pflege der für sie bestimmten Grabstätte. Dem jeweiligen an der Spitze des Klosters stehenden Pater Guardian wurden drei Brüder als Grabwächter bzw. Gruftverwalter zur Seite gestellt. Ursprünglich sollte die Klostergemeinde täglich nur am Grab des Stifterpaares beten. Mit der Umwidmung der Gruft in ein "dynastisches Erbbegräbnis" und der damit verbundenen Vergrößerung wurden oft über den ganzen Tag verteilt Messen gelesen. Bei Hofbegräbnissen waren die Patres für die gesamte Organisation und Durchführung verantwortlich. Die heutige Aufgabe der Kapuziner besteht neben ihrem Ordensauftrag u.a. in der Erhaltung der Gruft, dem Lesen von Gedenkmessen und der Betreuung der Besucher. Kapuziner leben als "gemäßigte Eremiten", die sich der wortgetreuen Einhaltung der von Franz von Assisi aufgestellten Ordensregel verpflichten. Ein seelsorglicher Schwerpunkt ist ihr sehr volksnahes Apostolat, das sich vor allem in feurigen und dramatischen Bußpredigten äußerte, daher der Ausdruck "Kapuzinerpredigt". Ihre Beliebtheit unter den Katholiken verdanken die Kapuziner vor allem auch ihrem Engagement für Arme und Notleidende, Obdachlose und Kranke. Kapuziner tragen häufig einen Bart und einen braunen Habit, mit Strick gegürtet und eine Kapuze, daher ihr Name. Zum Orden gehörten laut "Analecta" (offizielle Zeitschrift des Gesamtordens) weltweit 11.176 Mitglieder mit 31.12.1999. |