| PALAIS UND PARK AUGARTEN |
![]() Der Park Augarten - frühe Ansicht |
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| Schon Kaiser Matthias, der von 1612 bis 1619 regierte, erbaute sich in dem ausgedehnten Auengebiet an der Donau ein kleines Jagdhaus. Kaiser Ferdinand III. ließ hier 1654-57 einen Garten bescheidenen Ausmaßes anlegen, 1663 kaufte Kaiser Leopold I. die benachbarten Trautsonschen Gärten dazu und errichtete an deren Stelle einen barocken Lustpark. 1677 wurde ein um 1654 erbautes Gartenpalais aus dem Besitz der Familie Trautson von Leopold I. neu adaptiert. Man nannte das Schlösschen von nun an die "Kaiserliche Favorita", später die "Alte Favorita" - zum Unterschied zur "Neuen Favorita" auf der Wieden, dem heutigen Theresianum. Die ganze Anlage wurde 1683 von den Türken so stark zerstört, dass nur noch die Mauern stehenblieben. Erst 1705 ließ Kaiser Joseph I. Gebäude und Park wiederherstellen. Ein Trakt der "Alten Favorita" wurde zu einem Gartensaal ausgebaut, in dem seit 1782 die sogenannten Morgenkonzerte abgehalten wurden. Eine Zeitlang wurden sie von Mozart dirigiert, nach wechselnden Dirigenten übernahm um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert der berühmte Geiger Schuppanzigh die Leitung. Durch ihn ließ auch Beethoven mehrere seiner Werke hier aufführen. Ab 1820 fanden hier vielbesuchte 1. Mai-Konzerte statt, überwiegend mit Musik von Johann Strauß Vater. Die mit einem Gittertor versehene nordöstliche Abschlussmauer gegen den Park ist der letzte Rest der während der Zweiten Türkenbelagerung zerstörten "Alten Favorita". Sie steht heute unter Denkmalschutz. In dem Saalgebäude, das jetzt Sitz der Porzellanmanufaktur ist, wurde schon bald nach der Öffnung des Augartens durch Joseph II. ein Restaurantbetrieb installiert Kaiser Karl VI. beauftragte 1712 den Gartenarchitekten Jean Trehet, der auch den Garten des Belvedere und den Park von Schönbrunn gestaltet hatte, den Augarten in französischem Stil neu anzulegen. Abbildungen gibt es erst aus dem Jahr 1738; sie zeigen eine der Zeit entsprechende große Barockanlage mit einem Parterregarten und mehrere Alleen, die von einem Sternplatz ausstrahlen, somit das Vorbild der Anlage von Versailles und anderer französischer Gärten wiederholend. Im Großen und Ganzen sieht der Augarten heute noch oder schon wieder genauso aus. Und das ist eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, was er alles überstanden hat. So litt er nicht wenig unter dem katastrophalen Hochwasser in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1830, in der das Wasser durchgehend im ganzen Augarten 1.75m hoch stand (der Augarten grenzte ja damals im Norden fast unmittelbar an einen großen Donauarm, dem heutigen Fahnenstangenwasser, und die beiden Gedenktafeln an der Innenseite des Hauptportals und bei dem Tor nächst der Castellezgasse erinnern an diese Katastrophe und an den Schiffsmeister Johann Lassingleithner, dem es gelang, unzählige Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren). Aber die schlimmsten Schäden entstanden während des 2. Weltkriegs. Hunderttausende Kubikmeter Schutt wurden während der Kriegszeit in ihm abgeladen, zum Bau der beiden Flaktürme legte man sechzehn Feldbahngeleise durch den Augarten, zahllose Betonfundamente und Sockel zerrissen seine Rasen. Barackenstädte entstanden zwischen seinen Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen. Als die Aprilschlacht zu Kriegsende wütete, rasselten die Panzer kreuz und quer zwischen dreihundert Bombentrichtern. Hunderte von Gefallenen wurden in Massengräbern verscharrt. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, nur die Flaktürme erinnern mahnend an diese Zeit. Seit 1948 ist im Palais das Internat der Wr.
Sängerknaben untergebracht. |
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