| KLEMENS WENZEL FÜRST METTERNICH 1773 - 1859 |
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Metternich wurde als Sohn des wenig begabten Diplomaten Franz Georg Karl Graf Metternich-Winneburg-Beilstein in Koblenz geboren. Durch die Flucht der Familie 1794 kam er nach Wien, heiratete in erster Ehe die Enkelin des ehemaligen Staatskanzlers Wenzel Anton Fürst von Kaunitz-Rietberg und trat in den diplomatischen Dienst ein. 1801 wurde Metternich österreichischer Gesandter in Dresden, anschließend in Berlin (1803 - 1805), und von 1806 bis 1809 vertrat er die Interessen des Kaiserreichs Österreich in Paris. Am 8.Oktober 1809 wurde Metternich zum Außenminister, Ende Jänner 1810 auch zum Staatskanzler ernannt. Damit begann seine Vermittlerrolle als Ehestifter zwischen Kaiser Napoleon I. von Frankreich und der ältesten Tochter Kaiser Franz I. von Österreich, Maria Luise (Marie Louise). Als einer der Hauptakteure der antinapoleonischen Koalition übernahm er als Präsident des "Wiener Kongresses" die Lenkung der europäischen Politik. Als "Kutscher Europas" stieg sein Einfluss am Wiener Hof immer mehr an. Am 25.Mai 1821 ernannte ihn der Kaiser zum "Haus-, Hof- und Staatskanzler", eine Position, die seit dem Rücktritt des Fürsten Kaunitz 1792 nicht mehr vergeben worden war. Für drei Jahrzehnte prägte Metternich danach die Politik in Österreich und auch in Europa. Als Gegner der Demokratie und des Liberalismus errichtete er einen Polizeistaat, zu dem Zensur und Spitzelwesen gehörten (das sog. Metternichsche System) und versuchte seine Ideen auch im Reich durchzusetzen. |