| FRANZ JOSEPH KARL, HERZOG VON REICHSTADT
20. 3. 1811 - 22. 7. 1832 |
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Bis 1940 stand neben dem Sarkophag von Kaiser Franz II. / I. auch der Sarg seines Enkels, des Herzogs von Reichstadt. Franz Joseph Karl war der Sohn von Marie Louise, der ältesten Tochter von Kaiser Franz, und Napoleon I. Dieser gab ihm die Namen Napoleon (II.) François Joseph Charles, König von Rom. Nach der Verbannung Napoleons 1814 kehrte Marie Louise mit ihrem Sohn nach Wien zurück, und der kleine König von Rom wuchs am Wiener Kaiserhof auf. Sein Großvater, Kaiser Franz, verlieh ihm den Titel Herzog von Reichstadt. Marie Louise kümmerte sich nicht viel um ihren Sohn, der sorgfältig erzogen wurde, aber einsam aufwuchs. Man ließ ihm nicht viel Freiheit, da die Sorge bestand, dass Verwandte oder Anhänger Napoleons ihn nach Frankreich entführen könnten. 1821 starb Napoleon, und sein Sohn, der ihn zwar kaum gekannt, aber sehr verehrt hatte, war tief traurig. Mit 15 Jahren erkrankte der Herzog an Tuberkulose. Aus politischen Gründen durfte er nicht nach Italien, um dort einen Kuraufenthalt zu nehmen. 1832 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand plötzlich, und am 22.7. starb er mit 21 Jahren in Schönbrunn. Am
15.12.1940 wurde der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Herzogs von Reichstadt
auf Befehl Hitlers nach Paris überführt. |