| KAISERIN ZITA 9.5.1892 - 14.3.1989 | 147 |
Zita wurde als Tochter von Herzog Robert von Bourbon-Parma und Maria Antonia von Braganza in Pianore/Lucca in Italien geboren. Sie wuchs in einem großen Geschwisterkreis mehrsprachig und kosmopolitisch, streng katholisch und konservativ auf. 1911 fand die Hochzeit mit Erzherzog Karl im Schloss Schwarzau in Niederösterreich statt, das dem 1859 aus Italien vertriebenen Herzog Robert vom Kaiserhaus als Wohnsitz überlassen worden war. Bereits 1912 kam der erste Sohn Otto zur Welt, und die Familie übersiedelte auf Wunsch Kaiser Franz Josephs nach Schloss Hetzendorf. Nach der Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand 1914 rückte Karl an dessen Stelle. 1916 wurde Zita nach dem Tod Kaiser Franz Josephs mit ihrem Mann zu Königin und König von Ungarn gekrönt. Neben ihrer Aufgabe als Mutter - sie hatte acht Kinder - spielte sie auch bald eine wichtige politische Rolle neben ihrem Gatten, der sein Amt unvorbereitet und unerfahren antreten musste und ein schweres Erbe übernommen hatte. Das Hauptanliegen des Kaiserpaares war eine schnelle Beendigung des Krieges und die Rettung der Monarchie. Im November 1918 jedoch gab es nichts mehr zu retten. Karl zog sich offiziell von den Regierungs- geschäften zurück, verzichtete aber nicht auf seine Thronrechte. Nach der Verbannung nach Madeira wurde Zita 1922 Witwe. Sie übersiedelte nach Spanien, dann nach Belgien. Von dort flüchtete sie vor den Nationalsozialisten nach Kanada, wo sie sich niederließ. Die Wiedererlangung des Thrones für das Haus Habsburg war zeitlebens das Ziel der Kaiserinwitwe. 1962 zog Zita in das St.Johannes Stift in Zizers/ Schweiz, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. 1982 gestattete ihr die österreichische Bundesregierung ohne die obligate Verzichtserklärung, nach 64 Jahren wieder in Österreich einzureisen. Zitas Begräbnis war das letzte in der Kaisergruft. |