Die Familie der Habsburger bestand nicht nur aus Maria Theresia und Franz Joseph. Immerhin 150 Personen liegen in der Kapuzinergruft begraben, die nicht alle den Thron und die Herrschaft innehatten. Über so manches Familienmitglied ist nicht so viel bekannt, obwohl sie spannende Leben lebten. Sie haben größtenteils abseits der Öffentlichkeit gelebt und gewirkt, sich für die Dynastie eingesetzt, auf die Ausbildung ihrer Kinder Einfluss genommen, in Militär, Medizin und anderen Bereichen ihre Spuren hinterlassen.
Manche Habsburger und Habsburgerinnen waren leidenschaftliche Kunstfreunde, sammelten Gemälde, tanzten mit großem Erfolg in barocken Opern, förderten Literaten und Komponisten. Sie hinterließen Wien ihre Sammlungen und ihre geschmackvoll ausgestatteten Appartements, die heute noch auf großes Interesse stoßen.
Wohl wesentlich bekannter wären manche Jungverstorbene, wenn nicht Pockenepidemien oder schreckliche Unfälle ihrem Leben ein jähes Ende setzten. Maria Theresia und Franz Stephan verloren ihren vielgeliebten Sohn, als er erst sechzehn war und nahmen drei Tage nicht am Hofleben teil, was zu dieser Zeit außergewöhnlich und ein Zeichen größter Trauer und tiefster Zuneigung war.
Habsburgerinnen, die nicht an „vorderster Front“ der Monarchie standen, taten trotzdem alles Menschenmögliche, um eben jene Monarchie zu bewahren und versuchten, durch die Geburt möglichst vieler Nachkommen die Dynastie zu sichern.
Eine besondere Dame schaffte es nach ihrem Tod sehr buchstäblich „in den Schatten“ einer Herrscherin zu treten. Maria Theresia sorgte dafür, dass ihre geschätzte Erzieherin einen Platz in der Familiengruft erhielt, immerhin empfand sie „… dankbare Gesinnung wegen freimütiger Anleitung zur Tugend“, eine Inschrift, die sich auf dem Sarg ihrer Aja befindet.
Auch in jüngster Geschichte gab und gibt es Habsburger und Habsburgerinnen. Die letzte Beisetzung in der Kapuzinergruft hat erst 2023 stattgefunden, der letzte verfügbare Platz ist nun vergeben.